Technik / Bremsen
Macht dit jemand? Gruß Radelfee Wer bremst verliert… (reicht das?) gregor
Oder: Wer später bremst ist länger schnell AndreasM
Ohne Flachs: Bremsschalthhebel von Shimano sollte man nur mit passender Explosionszeichnung, viel Geduld und Feinmechanikerausbildung reparieren. Erik hat da so seine Erahrungen gesammelt ;-). Bremstechnik für RennräderWer bremst verliert ist auch das Motto, dem das UCI-Reglement folgt, dass nur die “klassische” Seilzug-Felgenbremse zulässt. Und auch wenn 95% aller Rennradler niemals an Rennen teilnehmen werden, die dem UCI-Reglement unterliegen, gilt im Rennradsektor: Verkauft wird nur, was auch die Profis fahren (einschließlich der TdF-tauglichen Heldenübersetzung, die jeden Hobbyradler an echten Steigungen zum sportlichen Schieben nötigt). Daher ist alles, was tatsächlich der effektiven Verzögerung dienlich ist, wie V-Brakes oder Scheibenbremsen, nur für MTBs und Freizeiträder erhältlich. Die letzte Innovation bei Rennradbremsen ist über 15 Jahre her und bestand darin, die Hebel der Bremszange etwas vorteilhafter anzuordnen. Für Querfeldein- bzw. Cyclocrossräder, deren dickere Reifen im Kombination mit Matsch und Schmodder nicht mehr unter eine normale Rennradbremse passen, gibt es außerdem noch die Möglichkeit, Cantileverbremsen zu montieren (Wer schon in den 80er Jahren ein MTB sein eigen nannte, erinnert sich möglicherweise noch an diese historische, schwer zu justierende Technik). Voraussetzung sind entsprechende Befestigungssockel (“Canti-Sockel”) an Rahmen und Gabel, die i.d.R. nur an Crossrahmen, aber nicht an “normalen” Rennradrahmen zu finden sind. An diese Sockel würden auch V-Brakes passen, die sind aber nicht mit den Bremsschalthebeln kompatibel (Ausnahme: sog. Mini-V-Brakes. Seit 2006 bietet mit Campagnolo auch einer der beiden “Großen” solche Mini-Vs an. Dort heißt das dann “linear pull”. Außerdem kann man eine sog. Umlenkrolle in den Seilzug einbauen, um die Kompatibilität zu normalen V-Brakes herzustellen). Wer die Hoffnung auf einen Vertrag beim Team Telekom aufgegeben hat und daher auch auf UCI-Konformität verzichten kann, kann schließlich noch Scheibenbremsen an sein Rennrad bauen. Rennradrahmen mit Scheibenbremsaufnahme sind extrem selten, aber es gibt sie, z.B. als Crossrahmen von Cannondale. Aber natürlich gibt es keine hydraulischen Rennradbremshebel (Magura hatte wohl mal welche hergestellt, die sind aber schon lange vom Markt verschwunden und konnten natürlich auch keine Gangschaltung bedienen - da musste man dann auf Rahmen- oder Lenkerendschalter zurückgreifen). Vielmehr muss man mechanische Scheibenbremsen nehmen, wie man sie von Billig-Baumarkt-MTBs kennt. Von Avid gibt es hiervon eine Variante, die tatsächlich funktioniert (nennt sich Ball Bearing, die Version für Renn-Bremshebel ist die Ball Bearing Road). Wer den Stand der Technik bei Fahrradbremsen in Form von hydraulischen Scheibenbremsen genießen will, muss leider auf den ergonomisch ansonsten unschlagbaren Rennbügel als Lenker verzichten. Das was dann rauskommt, nennt sich schlechter Kompromiss oder neudeutsch Fitnessrad. Aber keine Sorge: Solange es nicht regnet, bremsen auch Rennradbremsen völlig ausreichend. Eine sorgfältige Auswahl der Bremsbeläge, die unbedingt auch zur Felge passen müssen, vorausgesetzt. Die meisten Rennradler sind ja eh Schönwetterfahrer. Und außerdem: Wer bremst verliert… gregor |